Experteninterview
Readly über Audio als Wachstumskanal für digitale Marken
Readly zeigt, wie digitale Marken mit Audio neue Aufmerksamkeit schaffen können: hörbar, alltagsnah und wiedererkennbar. Im Interview erklärt Marie-Sophie von Bibra, warum Audiowerbung Reichweite, Kreation und Technologie wirkungsvoll verbindet.
Frau von Bibra, wie kam es, dass Sie für ein digitales Unternehmen wie Readly ausgerechnet auf Audiowerbung gesetzt haben?
Für Readly war die Entscheidung für Audio kein Widerspruch zum digitalen Geschäftsmodell, sondern eine bewusste Erweiterung. Als digitale Magazin- und Zeitungs-App ist Readly stark in Online-Kanälen unterwegs. Gleichzeitig zeigte sich, dass digitale Werbung allein nicht immer die Aufmerksamkeit erzeugt, die für nachhaltigen Markenaufbau nötig ist.
Audio erreicht Menschen in anderen Situationen: im Auto, beim Kochen, Zuhause, unterwegs oder nebenbei im Alltag. Das sind Momente, in denen Botschaften weniger visuell konkurrieren und oft bewusster wahrgenommen werden. Für uns war außerdem wichtig, die Marke hörbar zu machen – inklusive Aussprache, Schreibweise und Nutzerversprechen. So wurde Audio zu einem Weg, ein digitales Produkt über den digitalen Raum hinaus erlebbar zu machen.
Audio wird oft noch als klassisches Reichweitenmedium verstanden. Was hat sich Ihrer Meinung nach verändert?
Audio ist heute deutlich mehr als der klassische Spot im Werbeblock. Natürlich bleibt Reichweite eine große Stärke. Kaum ein Medium begleitet Menschen so zuverlässig durch den Alltag. Aber der entscheidende Unterschied liegt heute in der Verbindung von Kreativität, Daten und Technologie.
Wir können Kampagnen präziser planen, Zielgruppen gezielter ansprechen und Kreation vorab auf Wirkung testen. Damit wird Audio vom reinen Reichweitenkanal zu einem strategischen Instrument im Marketing-Mix. Es schafft Reichweite und Sichtbarkeit für die Marke, aber auch Nähe, Vertrauen und Aktivierung.
Der Blick auf Audio hat sich deshalb verändert: Es geht nicht mehr nur darum, möglichst viele Menschen zu erreichen, sondern die richtigen Menschen im passenden Moment mit einer relevanten Botschaft.
Sie haben für die Spotproduktion den KI Spot Creator genutzt. Welche Rolle spielt dieser in der modernen Audioproduktion?
Der KI-Spot Creator senkt die Einstiegshürde in das Medium Audio erheblich. Aus wenigen Informationen zu Produkt, Angebot, Zielgruppe und Tonalität entsteht in kurzer Zeit ein erster Spotentwurf mit Text, Stimme, Musik und Soundelementen. Das ist besonders hilfreich, wenn Marken schnell testen, Varianten entwickeln oder kurzfristig kommunizieren möchten.
KI ersetzt aber nicht die hochwertige Kreativproduktion. Sie erweitert sie. Der große Vorteil liegt vielmehr in Geschwindigkeit, Flexibilität und Inspiration. Teams können früh hören, wie eine Idee klingen könnte, und schneller entscheiden, welche Richtung funktioniert. Damit wird KI zu einem praktischen Werkzeug im kreativen Prozess und keinesfalls zu dessen Ersatz.
Warum ist gute Kreation bei Audio so entscheidend?
Bei Audio entscheidet die Kreation darüber, ob eine Botschaft nur gesendet oder wirklich erinnert wird. Ein guter Spot muss in wenigen Sekunden Aufmerksamkeit gewinnen, verständlich sein, zur Marke passen und emotional etwas auslösen. Stimme, Musik, Timing, Dramaturgie und Call-to-Action müssen präzise zusammenspielen.
Deshalb betrachten wir Kreation nicht als letzten Produktionsschritt, sondern als zentralen Erfolgsfaktor.
Mit Tools wie dem AudioAnalyzer können Spots vor der Ausspielung getestet werden: Wie stark ist der Recall? Wird die Marke verstanden? Entsteht ein Kaufimpuls? So wird aus einem kreativen Bauchgefühl eine fundierte Entscheidungsgrundlage.
Was zeigt der Readly Case konkret über die Wirkung von Audio?
Dass Audio nicht nur Reichweite erzeugt, sondern auch Markenwahrnehmung verändert. Besonders auffällig war das aktive Feedback aus der Zielgruppe: Nutzerinnen und Nutzer haben zurückgemeldet, dass sie Readly im Radio gehört haben. Diese bewusste Wahrnehmung unterscheidet Audio deutlich von vielen digitalen Kontaktpunkten, die oft schneller übersehen oder weggeklickt werden.
Für Readly wurde Audio dadurch zu einem kontinuierlichen Baustein im Marketing-Mix. Nicht eine einzelne Kampagne war entscheidend, sondern die wiederholte Präsenz über längere Zeit. Genau daraus entsteht Vertrauen: Die Marke taucht verlässlich auf, wird wiedererkannt und gewinnt an Relevanz.
Was sollten Marken künftig beachten, wenn sie Audio erfolgreich einsetzen wollen?
Marken sollten Audio nicht isoliert denken, sondern als Teil einer vernetzten Kommunikationsstrategie. Entscheidend ist zunächst eine klare Zielsetzung: Geht es um Markenaufbau, Aktivierung, Abverkauf oder um eine konkrete Zielgruppe? Daraus ergeben sich Kreation, Kanalwahl und Messansatz.
Zweitens braucht Audio Kontinuität. Markenwirkung entsteht selten durch einen einzelnen Kontakt, sondern durch wiederholte, konsistente Präsenz. Drittens lohnt es sich, mutiger – etwa mit Digital-Audio-Targeting, Podcast-Integrationen, KI-gestützten Spotvarianten oder kreativen Sonderformaten - zu testen.
Die Zukunft von Audio liegt nicht im Entweder-oder, sondern im intelligenten Zusammenspiel aus Reichweite, Relevanz, Kreation und Technologie.
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Kirsten Schade
Director Marketing & Communications