Experteninterview

Warum Audio einen festen Platz in jeder Omnichannel-Strategie verdient hat

Audio ist längst mehr als ein ergänzender Kanal: Im Zusammenspiel mit Connected TV, Display oder Digital Out of Home schafft es zusätzliche Reichweite, emotionale Nähe und relevante Touchpoints entlang der Customer Journey. Im RMS Experteninterview erklärt Patrik Schwanecke von The Trade Desk, warum Programmatic die Stärken von Audio noch gezielter nutzbar macht – und welche Rolle Daten, Premium-Umfelder und datenschutzfreundliche Identitätslösungen für die weitere Entwicklung spielen.

The Trade Desk ist eine globale Technologieplattform für den programmatischen Einkauf digitaler Werbung. Einfach gesagt, helft ihr Werbetreibenden und Agenturen dabei, digitale Werbekampagnen datenbasiert zu planen, auszusteuern und zu optimieren, richtig?

 

Das stimmt, wir unterstützen Werbetreibende und Agenturen dabei, ihre Kampagnen über verschiedene digitale Kanäle hinweg zu planen, zu steuern und zu messen. Das umfasst unter anderem Connected TV, Audio, digitale Außenwerbung, Display und weitere Kanäle des Open Internet.

Der entscheidende Punkt ist dabei, dass wir nicht mehr in einzelnen Kanälen denken. Menschen verbringen ihren Alltag mit den unterschiedlichsten Medien und wechseln nahtlos zwischen unterschiedlichen Kanälen. Deshalb helfen wir Marken, Kampagnen aus der Perspektive des Konsument:in zu planen und die verschiedenen Kontaktpunkte intelligent miteinander zu verbinden.

 

Audio ist bei euch fester Bestandteil einer Omnichannel-Strategie. Welche besonderen Stärken bringt Audio im Zusammenspiel mit Connected TV, Display oder Mobile in der Customer Journey mit?

 

Audio nimmt in der Customer Journey eine besondere Rolle ein, weil es Menschen in Situationen erreicht, in denen andere Medien häufig gar nicht präsent sind, beim Pendeln, Sport, Kochen oder Arbeiten.Gerade deshalb ergänzt Audio andere Kanäle hervorragend.

Connected TV kann beispielsweise starke visuelle Geschichten erzählen und Aufmerksamkeit schaffen. Audio begleitet Menschen dagegen über den Tag hinweg und vertieft die Beziehung zu einer Marke. In einer vernetzten Omnichannel-Strategie entsteht dadurch kein Nebeneinander einzelner Werbekontakte, sondern eine zusammenhängende Markenerfahrung. Unsere Forschung zeigt, dass Omnichannel-Kampagnen deutlich wirksamer sind als isolierte Einzelmaßnahmen. Audio leistet dabei einen wichtigen Beitrag, weil es emotionale Verbindung und Markenwirkung besonders stark fördert.

 

Podcasts, Musikstreaming und digitale Radioangebote erreichen Nutzer in sehr unterschiedlichen Nutzungssituationen. Welche Chancen eröffnet das für Markenkommunikation und Zielgruppenansprache?

 

Genau darin liegt eine der größten Stärken digitaler Audioangebote. Menschen hören unterschiedliche Inhalte in unterschiedlichen Momenten ihres Tages und oft mit hoher Aufmerksamkeit und bewusster Nutzung.

Für Marken bedeutet das die Möglichkeit, Botschaften deutlich kontextnäher auszuspielen. Ein Podcast wird anders konsumiert als eine Playlist beim Sport oder ein digitales Radioprogramm am Morgen. Dadurch entstehen sehr unterschiedliche Kommunikationssituationen, die Marken gezielt nutzen können.

 

"Hinzu kommt, dass Audio häufig in vertrauenswürdigen Premium-Umfeldern stattfindet. Im deutschen Markt leisten Anbieter wie RMS seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag, hochwertige Audioinhalte und starke Werbeumfelder verfügbar zu machen. Diese Nähe zu den Hörer:innen macht Audio für viele Marken besonders wertvoll".

 

Programmatic Advertising steht häufig für Effizienz und Automatisierung. Wie gelingt es dabei, die besondere emotionale Wirkung von Audio für Marken optimal zu nutzen?

 

Effizienz und Emotion schließen sich nicht aus, im Gegenteil. Programmatic hilft dabei, die emotionale Stärke von Audio noch gezielter einzusetzen, da Zielgruppen dezidierter erreicht werden können. Die eigentliche Wirkung entsteht weiterhin durch hochwertige Inhalte, starke Kreation und relevante Botschaften. Programmatic sorgt dafür, dass diese Botschaften im richtigen Moment und im richtigen Umfeld ankommen. Unsere Forschung zeigt, dass Audio eine außergewöhnlich starke emotionale Verbindung schaffen kann. Deshalb geht es nicht darum, Audio zu automatisieren, sondern seine Stärken intelligenter nutzbar zu machen. Wenn relevante Botschaften in hochwertigen Audio-Umfeldern ausgespielt werden, profitieren sowohl Marken als auch Konsumenten.

 

Welche Rolle spielen First-Party-Daten und datenschutzfreundliche Identitätslösungen künftig für die Weiterentwicklung des digitalen Audiomarktes? 

 

Sie werden eine zentrale Rolle spielen. Die Branche bewegt sich seit Jahren in Richtung datenschutzfreundlicher und transparenter Werbeansätze. Dabei gewinnen First-Party-Daten zunehmend an Bedeutung, weil sie auf direkten Kund:innenbeziehungen basieren. Gleichzeitig brauchen Werbetreibende Lösungen, die relevante Werbung ermöglichen, ohne die Privatsphäre der Nutzer:innen zu beeinträchtigen. Datenschutzfreundliche Identitätsansätze helfen dabei, Reichweite, Relevanz und Messbarkeit miteinander zu verbinden.

Für den Audiomarkt bedeutet das vor allem eines: mehr Vertrauen. Vertrauen der Nutzer:innen in die Werbeerfahrung und Vertrauen der Werbetreibenden in die Qualität und Messbarkeit ihrer Investitionen.

 

Und welchen Rat würden Sie Werbetreibenden geben, die Audio heute noch nicht als strategischen Bestandteil ihres Mediamix einsetzen?

 

Mein Rat wäre: Audio nicht isoliert betrachten, sondern als Teil einer vernetzten Omnichannel-Strategie. Viele Menschen verbringen einen erheblichen Teil ihres Tages mit Audio. Wer diesen Kontaktpunkt nicht nutzt, verzichtet auf wertvolle Möglichkeiten, Zielgruppen zu erreichen und Markenbeziehungen aufzubauen.

Audio ist heute weit mehr als ein ergänzender Kanal. Es ermöglicht Reichweite, emotionale Verbindung und Präzision zugleich. Gerade im Zusammenspiel mit Connected TV, Display oder Digital Out of Home entfaltet es seine volle Wirkung.

Wer seine Mediaplanung konsequent am tatsächlichen Medienverhalten der Konsument:innen ausrichtet, wird feststellen, dass Audio dort längst einen festen Platz verdient hat.

 

"Audio verbindet etwas, das in der modernen Werbung selten geworden ist: Reichweite, Aufmerksamkeit und emotionale Nähe. Deshalb wird es auch in Zukunft ein zentraler Baustein erfolgreicher Omnichannel-Strategien sein."

Pressebild Kirsten Schade, RMS

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Kirsten Schade

Director Marketing & Communications

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